Bürgerfragen öffentlich beantwortet

„Welche Position hast du zum Thema gemeinschaftlich entwickeltes Konzept zur individuellen Stärkung der Stadt- und Ortsteile?“

Aus vielen Gesprächen und Erfahrungen habe ich erkannt, dass die Menschen in den einzelnen Stadtteilen sich oft nicht mehr mit dem Rathaus und dem Zentrum verbunden fühlen. Das muss sich wieder ändern. Die Stadt- und Ortsteile müssen wieder mit dem Stadtkern verschmolzen und zu einer gemeinsamen Stadt entwickelt werden.

Ich möchte dazu in jedem Stadtteil einen festen Stadtteilbürgermeister berufen, der einen lebenswerten Stadt- und Ortsteil für alle Generationen mit den Menschen vor Ort entwickelt. Dieser hat die Funktion der Vermittlung zwischen dem Rathaus und den Stadtteilen. Mit unseren städtischen Tochterunternehmen möchte ich dafür in jedem Stadtteil Räumlichkeiten schaffen.

Der Stadtteilbürgermeister soll Ansprechpartner, Problemlöser, Zuhörer, Unterstützer, Vermittler und Motivator des jeweiligen Stadtteils sein. Auch der regelmäßige Dialog zur aktiven Bürgerbeteiligungen soll in den Stadt- und Ortsteilen angeboten werden.
Dazu übernimmt er noch Verwaltungstätigkeiten und erspart den Menschen somit den oft aufwendigen Weg ins Rathaus.

Es ist wichtig, dass wir als Stadt in jedem Stadt- und Ortsteil Ansprechpartner haben, die mit den Menschen vor Ort den Stadtteil und den Ortsteil gestalten und ihn lebenswert machen. Auch muss es uns gelingen, die Bürger*innen wieder mitzunehmen und sie bei Entscheidungen über ihren Stadt-/Ortsteil mit einzubeziehen. Nicht über, sondern mit den Bürgern Entscheidungen zu treffen, das muss unser Ziel sein.

Die Räumlichkeiten in jedem Stadtteil könnten individuell von den jeweiligen Bürger*innen gestaltet werden. So entsteht vielleicht in dem einen Stadtteil ein kleines Begegnungscafé, in einem anderen Stadtteil findet sich ein Musizierzimmer und wieder in einem anderen Stadtteil gibt es einen Kreativraum zum Malen und Gestalten mit Handarbeit und kleiner Bibliothek. Es werden Räume, in denen sich die Bürger*innen treffen und zusammen statt allein sein können.

Das alles muss auch finanziert werden. Durch die Umstrukturierung zur smarten Verwaltung gelingt es uns dort, freie Stellen zu schaffen und wir haben damit auch Personal frei, um diese Stadtteilbürgermeister oder -bürgermeisterinnen zu installieren. Eine wesentliche Voraussetzung ist natürlich, dass die jeweilige Person auch einen Bezug zu dem entsprechenden Stadtteil hat. Und damit sie dort schnell und bürgernah handeln können, sollen diese Mitarbeiter weisungsfrei arbeiten und direkt dem Oberbürgermeister unterstellt sein.

„Hallo Lars, welche Position hast du zum öffentlichen W-LAN und wie sind deine Pläne zum Thema Digitalisierung?“

Wenn wir uns als eine moderne Stadt verstehen wollen, ist kostenloses W-LAN eine Grundvoraussetzung. Und das sehe ich auch nicht nur auf die Innenstadt oder gar bloß auf den Tunnel begrenzt, sondern möchte das auch auf die Stadt- und Ortsteile angewendet wissen, im gesamten öffentlichen Nahverkehr und insbesondere in städtischen Einrichtungen und Kulturstätten. Für die Umsetzung sollte auch mit Freifunk Vogtland gesprochen werden. Dort findet sich ein hohes Potenzial an Ideen und Möglichkeiten – und der Anfang wurde eigeninitiativ ja bereits gemacht. Dazu möchte ich dann noch weitere Partner gewinnen.

Digitalisierung und Industrie 4.0 bieten einfach zahlreiche Chancen für die Gestaltung unserer Stadt. Wenn wir Investoren für Plauen begeistern wollen, sind das einfach maßgebliche Standortfaktoren. Auch Touristen und überhaupt jegliche Gäste und Besucher der Stadt fühlen sich willkommener, wenn ein bisschen Internetzugang nicht wie vor 20 Jahren gehandhabt wird. Dabei wollen wir natürlich die Anwohner selbst nicht vergessen! Ein weiterer Breitbandausbau ist deshalb unumgänglich, auch um dieses kostenfreie W-LAN vernünftig umsetzen zu können. Das kann ich auch ganz konkret als Ziel benennen: Jeder Haushalt soll mit mindestens 1 GBit/s ausgestattet werden!

Auch der bereits eingeschlagene Weg der Stadt mit der E-Akte muss konsequent fortgeführt werden. Ich möchte „das Rathaus“ ohnehin zu einer modernen digitalen Verwaltung umstrukturieren, das ist eines meiner zentralen Vorhaben. Dadurch können die Behörden wesentlich effizienter arbeiten, womit sich auch manche Kosten sparen lassen, und für die Bürger, Unternehmen und Institutionen äußert sich das in kürzeren Wegen, einfacheren Verfahren und schnelleren Entscheidungen. Ein echtes Plus in Sachen Lebensqualität, mit dem wir dann auch nach außen für unsere Stadt werben können.

"Kostenfreies W-LAN nicht nur im Zentrum und 1 Gbit/s für jeden Haushalt! Nutzen wir die Digitalisierung für mehr Lebensqualität und als echten Standortfaktor!"

„Wie wollen Sie mit der Vermüllung unserer Stadt umgehen?“

Ich beobachte die Müllsituation in Plauen mit großer Sorge. Gerade die Containerstellplätze sehen oft sehr schlimm aus. Auch hier möchte ich gerne wieder mehr die Bürgerschaft mitnehmen und das Ehrenamt stärken.

Es gibt viele Menschen in unserer Stadt, die sich für die Ordnung einsetzen und Plätze aufräumen. Patenschaften für Containerstellplätze und Grünanlagen wären denkbar. Diese könnten zum Beispiel von Vereinen, Schulklassen, Kindergärten und Hausgemeinschaften übernommen werden. Die Erfahrung zeigt: Je länger ein Standort betreut wird, desto weniger Müll wird dort zu finden sein.

Diese Patenschaft möchte ich aber auch wertschätzen, z. B. mit Ehrenamtskarten. Mit diesen könnten z. B. 10 Besuche im Freibad oder Hallenbad möglich sein, kostenloser Eintritt für Theaterveranstaltungen, Monatskarten für die Straßenbahn oder Ausrichtung eines Kinderfestes für einen Verein. Tätigkeiten im Ehrenamt sind wichtig und ebenso, dass das Ehrenamt Wertschätzung erfährt.