Im Gespräch mit Daniel Zeller

Mein Plauen – im Gespräch mit Plauener Unternehmerinnen und Unternehmern

Der Plauener Kaffeemann Daniel Zeller und die Geschichte eines Plauener Start-Up-Unternehmens

Letzte Woche durfte ich in der Neue Kaffeerösterei Plauen vorbeischauen und mit Daniel Zeller ein sehr angenehmes Gespräch führen.

Die Leidenschaft für Kaffee entdeckte Daniel nicht in Plauen, sondern in Leipzig. Anfang der 90er-Jahre besuchte er dort seinen Bruder und sie entdeckten in einem Leipziger Hinterhof eine kleine und feine Kaffeerösterei. Der Geruch nach frischem Kaffee war so intensiv, dass Daniel einige Bohne mit nach Plauen nehmen musste. Zuhause angekommen versuchte er sich gleich an seinem ersten selbst gerösteten Kaffee und schon war eine Leidenschaft in ihm geboren.  Von da an röstete er für den Hausgebrauch und als Hobby immer wieder verschiedenen Rohkaffee.

Irgendwann kam die Idee auf, den Kaffee auch zu verkaufen: Zuerst war das nur in seinem kleinen Büro in Reißig oder online möglich. Dort hatte Daniel einen Shop für „Kitesport“. Die Nachfrage war so groß, dass er im Jahr 2013 einen Röstkurs in der Kaffeestadt Hamburg absolvierte und im November 2013 seinen ersten Laden im Wilke-Haus eröffnete. Hier begann die Erfolgsgeschichte der „Neuen Kaffeerösterei Plauen“ - auch infolge der Anschaffung eines großen Rösters. Zur Nacht der Museen gab es ein Showrösten: Großstadtfeeling auf der Bahnhofstraße.

Für fünf Jahre war dort der Plauener Kaffee zuhause, dann mussten neue Räume gefunden werden: In der Neundorfer Straße gibt es mehr Raum, Parkplätze vor dem Laden und viel Laufkundschaft. Hier erzählte mir Daniel, bei einer leckeren Tasse Milchkaffe, auch etwas über die Geschichte des Kaffees. Eine Information, die mir persönlich so nicht bewusst war, betraf die Kaffeeröststeuer, die jeder Röster zahlen muss. Für 1 Kilogramm gerösteten Kaffees muss man 2,19 € an Steuern zahlen. Den Rohkaffee kauft Daniel mit mehreren Röstern direkt von Bauern in Peru, Kolumbien, Brasilien, Vietnam, Honduras und Äthiopien ein. Dort werden die Kaffeebohnen in Handarbeit gepflückt und sortiert. So ergibt sich auch der Preis für guten Kaffee.

Die aktuelle Situation haben Daniel und sein Team genutzt, um das Geschäft räumlicher und gemütlicher zu gestalten - und den Röster ausgelagert, um noch mehr Kaffee produzieren zu können. Sein Onlineshop wird sehr gut genutzt und Kaffee gerade auch im Homeoffice viel getrunken.

Zum Abschluss möchte sich Daniel noch bedanken und auch kleine Wünsche äußern. Ein erster wäre, dass die Idee vom regionalen Kaufen noch mehr genutzt werden sollte. Er selbst bietet in seinem Laden auch regionale Produkte vom Biobäcker oder Zigaretten aus Bad Lobenstein an. Es wäre schön, wenn die einheimische Gastronomie auch bei ihm den Kaffee kauft und so regional anbieten kann.

An dieser Stelle möchte sich Daniel auch bei seinem Team und bei seiner Kundschaft bedanken. Es macht großen Spaß mit diesen Menschen und ist inspirierend für immer wieder neue Ideen. "Es wäre schön, wenn der Oberbürgermeister auch mal bei ihm einen Kaffee trinken würde“, sagte er zum Abschluss.

Herzlichen Dank für das wunderschöne Gespräch und die leckere Tasse Kaffee.