Im Gespräch mit Franziska Hegner

Mein Plauen – im Gespräch mit Plauener Unternehmerinnen und Unternehmern

Franziska Hegner von sonnenklar.TV Reisebüros

Heute möchte ich euch Franziska Hegner vom sonnenklar.TV Reisebüros Franziska Hegner Plauen & Auerbach vorstellen. In der letzten Woche hat sie mich zu einem Gespräch in ihr Reisebüro in der Herrenstraße eingeladen.

Franziska Hegner ist Reiseverkaufsfrau durch und durch. Viele Jahre arbeitete sie bei einem Plauener Reisebüro, bevor sie vor 13 Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Seitdem ist ihr Unternehmen immer stärker gewachsen. Die Eröffnung einer Filiale in Auerbach (2011) und der Umzug in ein größeres Geschäft in Plauen (2018) sind Beispiele dafür.

Aktuell ist die Reisebranche durch die Coronapandemie angeschlagen. Auch Franziska Hegner spürt die Folgen. Ihr großer Wunsch ist, dass es wieder ein Ziel gibt, eine Perspektive, mit dem/der die Reisebranche verlässlich planen kann. Die aktuelle Ungewissheit ist sehr belastend.
Sie als Selbstständige hat ihre Fixkosten wie Miete und Steuern monatlich zu tragen und möchte unter allen Umständen ihre beiden Filialen gut durch diese Krise führen.

Ein Reisebüro lebt von der persönlichen Beratung und diese ist leider im Moment nicht möglich. Die Buchungen sind bis zu ¾ zurückgegangen und dennoch muss Franziska Hegner täglich neue Reisebestimmungen studieren, immer wieder sich durch neue Regelungen kämpfen und Stornoaufträge bearbeiten.

Sie hat schon viele Krisen in der Reisebranche gemanagt, wie die AIR-Berlin- und Thomas-Cook-Pleiten oder den Stopp des Flugverkehrs infolge eines Vulkanausbruchs. Belastend für sie und ihre Angestellten ist auch die ungewisse Situation durch Kurzarbeit und staatliche Unterstützung. Es fehlt hier ein Ansprechpartner, der klar und exakt schildern kann, welche Konsequenzen die Annahme der Unterstützungen hat und welche Folgen sich aus der Kurzarbeit ergeben. Gespräche mit verschiedenen Ämtern blieben bisher leider immer ohne Erfolg.

Aktuell leistet sie täglich einen Spagat zwischen Beruf und Mutter zweier Kinder. Da sie keinen Anspruch auf Betreuung hat, ist sie neben ihrer Arbeit, vor allem der Beantwortung von Kundenfragen per Telefon und Mail, für ihre Kinder da, um diese zu versorgen und im Homeschooling zu unterstützen - ein Fulltimejob, der meinen größten Respekt verdient.

Ihr Wunsch am Ende beeindruckt mich sehr. Er ist so bescheiden und doch so herzlich wie Franziska Hegner selbst: Sie wünscht sich, dass sie bald wieder mit ihren Angestellten zusammenarbeiten und mit Kunden Reisen Auge in Auge besprechen kann. Sie lieben ihren Beruf und die Arbeit fehlt ihnen allen unheimlich.

Allerdings ist ihr auch wichtig, dass der Fokus mehr auf die Kinder und Jugendlichen gerichtet wird. Ihre Stimmen sind nicht so laut und ihre Sorgen werden leider nicht gehört. Doch was gerade auch mit ihnen passiert, sollte allen Entscheidungsträgern bewusstwerden.

Einen kleinen Wunsch hat sie noch an die Stadt: Es wäre schön, wenn die Gebühren für die Parkberechtigung für Unternehmer noch einmal neu durchdacht werden. Diese sind in der letzten Zeit immer weiter gestiegen.

Franziska Hegner - ein herzlicher Mensch